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Eltern-Hotel ade: Was ändert sich finanziell, wenn man auszieht?

Geld
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Herzlich Willkommen große Freiheit! Wenn du deine erste eigene Wohnung beziehst, verändert sich nicht nur deine Adresse. Plötzlich bist du dein eigener Chef, kannst Musik hören ohne dass sich jemand beschwert, lange weg bleiben und genießt alle Freiheiten. Aber der Auszug aus deinem Elternhaus bringt immer auch komplizierte Veränderungen mit sich. Niemand kocht mehr für dich, du hast keinen Ansprechpartner bei all den kleinen und großen Fragen des Lebens direkt vor Ort und dann ist da noch der finanzielle Realitätscheck. Bevor du dich also auf eigene Füße stellst, solltest du gerade im letzten Bereich einmal grob nachrechnen.

Was kostet Wohnen eigentlich wirklich

Die finanzielle Belastung einer eigenen Wohnung beginnt mit der monatlichen Miete, die sich in die Kaltmiete und die Nebenkosten aufteilt. Die Kaltmiete ist der reine Preis für die Raumnutzung, während die Nebenkosten die Umlagen für Heizung, Wasser, Müllabfuhr und die Straßenreinigung abdecken.

Beide Posten zusammen ergeben die Warmmiete, die den monatlichen Grundbetrag an deinen Vermieter darstellt.

Zusätzlich zu dieser Warmmiete kommen weitere Kosten auf dich zu, die du selbst direkt an die jeweiligen Anbieter zahlen musst. Dazu gehört der Strom, dessen Abschlag sich nach deinem voraussichtlichen Jahresverbrauch richtet.

Auch der Internetanschluss und der Kabelanschluss für den Fernseher schlagen monatlich zu Buche. Zudem darfst du den Rundfunkbeitrag nicht vergessen, der für jede Wohnung in Deutschland gesetzlich verpflichtend ist.

Zu guter Letzt solltest du eine Hausratversicherung abschließen, um deine Möbel und technischen Geräte gegen Schäden durch Feuer, Leitungswasser oder Einbruch abzusichern.

Mit diesen Kosten musst du beim Auszug rechnen

Der eigentliche Umzugstag und die Wochen davor fordern deine Ersparnisse auf eine ganz andere Art heraus. Der größte Brocken ist hierbei die Mietkaution, die der Vermieter als Sicherheit verlangt und die bis zu drei Kaltmieten betragen darf.

Zwar fallen Maklergebühren für Mieter durch das Bestellerprinzip heute nur noch selten an, dennoch solltest du diesen Punkt im Hinterkopf behalten.

Hinzu kommen die Kosten für den Transport deiner Habseligkeiten, sei es für die Miete eines Transporters oder für ein professionelles Umzugsunternehmen.

Die Einrichtung der ersten Wohnung wird oft teurer als gedacht, da neben großen Möbeln wie Bett, Sofa und Kleiderschrank viele Kleinigkeiten fehlen. Vom Kochtopf über Besteck bis hin zur Waschmaschine und den Lampen summiert sich der Bedarf schnell auf mehrere tausend Euro.

Wenn du über ein solides, regelmäßiges Einkommen verfügst, kann in einer solchen Situation ein Sofortkredit eine sinnvolle Option sein, um die erste Ausstattung ohne lange Wartezeiten zu finanzieren. Um den Überblick nicht zu verlieren, solltest du alle anfallenden Kosten im Vorfeld genau budgetieren. Spezielle Haushaltsbuch-Apps oder einfache Tabellen helfen dir dabei, die Ausgaben zu kontrollieren und Prioritäten bei der Anschaffung zu setzen.

Die laufenden Fixkosten realistisch einschätzen

Nach dem Einzug pendelt sich der Alltag ein und die monatlichen Abbuchungen bestimmen dein finanzielles Leben. Neben der Miete gibt es eine Reihe von Fixkosten, die jeden Monat verlässlich von deinem Konto abgehen. Hierzu zählen deine persönlichen Versicherungen, allen voran eine private Haftpflichtversicherung, die für jeden Erwachsenen unverzichtbar ist.

Wenn du deine Ausbildung oder dein Studium beendet hast, musst du dich zudem selbst um deine Krankenversicherung kümmern, sofern du nicht mehr über die Familie versichert bist.

Auch dein Handyvertrag, Abonnements für Streamingdienste oder Mitgliedschaften im Fitnessstudio gehören zu diesen festen Posten. Ein weiterer großer Bereich sind die variablen Lebenshaltungskosten, die du für Lebensmittel, Drogerieartikel und deine Mobilität aufwenden musst.

Die Kosten für Bus, Bahn oder den Unterhalt eines eigenen Autos dürfen nicht unterschätzt werden. Erst wenn du all diese Ausgaben von deinem Nettoeinkommen abziehst, erhältst du einen realistischen Eindruck davon, was am Ende des Monats für Freizeit, Restaurantbesuche oder zum Sparen übrig bleibt.

Was sich steuerlich und bürokratisch für dich ändert

Mit dem Einzug in die eigenen vier Wände beginnt auch der Papierkram mit den Behörden. Der wichtigste Schritt ist die Anmeldung deines neuen Wohnsitzes beim zuständigen Bürgeramt, die innerhalb von zwei Wochen nach dem Umzug erfolgen muss.

Unterlässt du dies, drohen Bußgelder. Durch den Auszug kann sich unter bestimmten Voraussetzungen auch deine steuerliche Situation anpassen, insbesondere wenn du eine eigene Steuererklärung abgibst und berufsbedingte Umzugskosten geltend machen kannst.

Finanzielle Unterstützungsmöglichkeiten verschieben sich durch den Ortswechsel ebenfalls. Wenn du dich noch in der Ausbildung befindest, steht dir unter Umständen weiterhin das Kindergeld zu, das in Absprache mit deinen Eltern nun direkt auf dein Konto überwiesen werden kann.

Auch dein Anspruch auf BAföG wird neu berechnet, da für Studierende mit eigener Wohnung höhere Bedarfssätze gelten. Sollte dein Einkommen trotz Arbeit nicht ausreichen, um die Miete zu decken, kannst du einen Antrag auf Wohngeld bei der zuständigen Behörde stellen. Diese bürokratischen Anträge und Meldungen solltest du zügig erledigen, um finanzielle Nachteile zu vermeiden.

Diese Fragen solltest du dir vor dem Auszug stellen

Um herauszufinden, ob du bereit für den Abschied aus dem Eltern-Hotel bist, hilft dir eine ehrliche Bestandsaufnahme deines Lebens. Gehe die folgenden Punkte in Ruhe durch und beantworte sie für dich selbst:

  • Reicht mein monatliches Nettoeinkommen aus, um die Warmmiete und alle laufenden Fixkosten dauerhaft zu decken?
  • Habe ich genügend Rücklagen gebildet, um die Kaution und die Anschaffung der ersten Möbel ohne finanzielle Not zu bezahlen?
  • Liegt die Warmmiete meiner Wunschwohnung unter der empfohlenen Grenze von maximal dreißig Prozent meines verfügbaren Einkommens?
  • Besitze ich einen finanziellen Notgroschen auf dem Tagesgeldkonto, um unvorhergesehene Reparaturen oder Nachzahlungen abzufangen?
  • Bin ich bereit, ein monatliches Budget zu führen und meine Konsumausgaben an die neue finanzielle Realität anzupassen?

Wenn du diese Fragen positiv beantworten kannst, steht deinem Einzug in die erste eigene Wohnung absolut nichts mehr im Weg. Mit der richtigen Planung wird der Start in deinen neuen Lebensabschnitt zu einem vollen Erfolg.

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